Montag, 21. März 2016

Swans Song: Nach dem Ende der Welt (Robert McCammon)


Klappentext | Inhaltsbeschreibung: 
 
Der legendäre Endzeit-Thriller. Düster, brutal und mit epischer Wucht erzählt.
 
In diesem Endzeit-Thriller beschreibt der Bestsellerautor die Welt nach der atomaren Apokalypse. Die menschliche Zivilisation bricht zusammen und die wenigen Überlebenden werden in eine vorindustrielle Welt katapultiert, in der sie zu hungrigen Bestien mutieren.
 
Der nukleare Winter senkt sich wie ein Leichentuch über die verkohlte Erde.
 
Durch dieses verstrahlte Land wandert Swan – das neunjährige Mädchen spürt, dass etwas Übernatürliches am Werk ist: das personifizierte Böse, das die Menschheit endgültig vernichten will. Swan erlebt die ultimative Entscheidungsschlacht zwischen Gut und Böse.
 
Ich glaube ich kann "Swans Song" definitiv als eines meiner Lesehighlights des letzten Jahres bezeichnen. Das Buch - was auf der grandiosen Festa-Seite als reiner Coverkauf im Warenkorb landete - habe ich binnen weniger Tage verschlungen. Endlich wieder ein Endzeit-Thriller ganz nach meinem Geschmack. Die postapokalyptische Welt in die wir plötzlich geworfen werden wird greifbar und man fühlt sich in dieses Unglück hinein versetzt; nicht nur weil es einem bildlich unverblühmt dargestellt wird.
 
Die Welt ist durch einen atomaren Anschlag untergegangen. Was will man da auch beschönigen? Also wandern wir - in Gestalt von vielen verschiedenen Charakteren die alle auf ihre Art und Weise "besonders" sind durch das verstrahlte Gebiet und fragen uns selbst oft genug, ob es da draußen noch mehr Gruppen gibt die das überlebt haben. Man fiebert sofort mit. Nicht zuletzt wegen den verschiedenen Perspektiven.
Zugegeben brauchte es ein paar Seiten bis die Action so richtig los ging, doch alles in allem in die Storyline klar strukturiert. Ich habe mich schnell viele Dinge auf einmal gefragt und wollte unbedingt wissen wie es weitergeht.
 
Ist die geheimnisvolle "Erscheinung" jetzt der Teufel? Doch vielleicht 'nur' ein Feuerdämon aus der Unterwelt? Was genau hat es mit dem Artefakt auf sich, das Sister Creep gefunden hat? Dann ist da natürlich auch noch die kleine Swan, bei der sofort klar wird, dass sie irgendwie....anders ist. Spätestens als sie verschüttet sind und ihrem Beschützer gewisse Dinge klarwerden, will auch der Leser mehr wissen. All das macht definitiv Lust auf mehr.
 
Die kleine Swan ist es auch, die einen berührt und gewisse Emotionen in diese trostlose Welt bringt. Ich habe sie ein bisschen mit Amy aus "Der Übergang" von Justin Cronin verglichen. Beide Kinder haben mich sofort mitgezogen und haben Hoffnung gegeben. Denn auch hier in dieser Welt wird wieder allzu gut dargestellt, wie Menschen zu Tieren mutieren können, wenn sie erstmal in die Ecke gedrängt werden.
 
Für mich ist der erste Band schon eine absolute Leseempfehlung und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil, der sicherlich bald auf meiner Leseliste oben stehen wird!
 
5 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ 

Dienstag, 15. März 2016

Die Geschichte vom zweiten Hund, Teil 1.

Ich dachte, ich erzähle euch mal eine kleine, private Geschichte. Es ist unteranderem auch ein Grund, warum ich in letzter Zeit nicht zum bloggen gekommen bin.
 
Wie einige vielleicht wissen, bin ich nicht nur ein Bücherwurm; nein ich bin auch ein Frauchen. Mein erster Hund - Ruby - ist ein Familienhund, den wir als Welpe bei uns aufgenommen haben. Sie ist mittlerweile 4 Jahre und ein Parson-Jack-Russell Terrier. Sie war immer mein Ein und Alles. Mein Herzstück. Mein Baby.
Ich wollte nie einen zweiten Hund. Ich wusste nicht, ob ich für diesen auch genug Zeit haben könnte. Und ich dachte mir: Hey, einer reicht doch auch.
 
Doch dann schaute ich eines Nachmittags am Samstag im November in die Zeitung und da sah ich ihn. Das Gesicht werde ich vermutlich nie wieder vergessen. Er blickte so unglaublich traurig in die Kamera und ich weiß noch wie ich zu meiner Mutter sagte: "Mama, hast du den Hund gesehen? Ist er nicht einfach wunderschön?" Auch wenn man sehen konnte, dass er eine traurige Seele war, ich sah seine Augen und ich wusste, dass ich bei diesem Tierheim anrufen musste. Noch am selben Samstag schnappte ich das Telefon und sprach den Mitarbeitern dort auf das Band. Es war eine Bauchentscheidung. Ich musste diesen Hund einfach zumindestens einmal sehen.
 
Gleich am Montag darauf erhielt ich einen Rückruf. Der Hund hätte schon mehrere Interessenten. Die ersten kämen am Dienstag...wenn ich Lust hätte könne ich allerdings noch am Donnerstag vorbeikommen. Ich sagte der Frau, dass ich schon eine Hündin hätte und ob ich diese mitbringen könnte. Wir schnackten ein wenig über die Rasse und ich schaufelte mir schnell die Zeit frei um gleich am Donnerstag hinfahren zu können. Zusammen mit meinem Freund und Ruby fuhr ich also drei Tage später über eine Stunde zum Tierheim und fragte nach "Timon". So lautete nämlich der Name des Rackers aus der Zeitung.

Eine Mitarbeiterin holte ihn und übergab ihn uns zwecks Probespazierganges. Bereits bei der Übergabe fiel mir auf, dass der Hund weder mit dem Schwanz wedelte, noch einen Blick zu den Menschen riskierte die um ihn herum standen. Er hörte auch nicht wirklich auf den Namen "Timon". Um ehrlich zu sein tat und hörte er rein gar nichts.
Ich spürte trotzdem wie mein Herz in der Minute aufging wo er vor mir stand und wo ich ihn vorsichtig streichelte. Ich wusste, dass ich mich in diesen Hund verliebt hatte - und das obwohl wir uns doch kaum kannten! Also gab ich ihm die Chance und wir gingen mit beiden Hunden spazieren.

Es lief wirklich super. Der Hund war ruhig, er zog nicht...jedoch schien er nicht wirklich zu wissen was er jetzt draußen sollte. Meine Hündin schnupperte und schaute sich um....Timon tat wie immer nichts, sondern lief nur stoisch geradeaus.
Als wir zurück zum Tierheim kamen, ließen wir die beiden im eingezäunten Bereich spielen. Es dauerte eine ganze Weile, bis Timon anfing zu laufen und schließlich zu rennen. Ich war - aufgrund von Ruby - gewisse Power gewöhnt, doch Timon ging nach drei Runden die Puste aus. Er konnte nicht mehr. Stattdessen hing er meiner Hündin am Hintern, die davon natürlich mäßig begeistert war.

Wir mussten also erfahren, was es mit dem Hund auf sich hatte. Warum war er im Tierheim? Wer hatte ihn abgegeben?

Was wir dann hörten, verschlug uns regelrecht die Sprache. Timon stammte aus einer Beschlagnahmung. Zusammen mit vielen anderen Hunden war er aus einer "Massenzucht" geholt worden. Alle Tiere - inklusive ihm - seien in einem katastrophalen Zustand gewesen. Es habe drei Monate gedauert, bis man überhaupt ein Bild hatte auf die Internetseite und die Zeitung packen können. Die sonst weißen Hunden, waren schwarz und braun vor Dreck und Ungeziefer gewesen.
Und Timon hörte auch nicht auf seinen Namen...weil er schlicht und ergreifend nie einen gehabt hatte. Alle Tiere waren mit einer Nummer versehen gewesen. Und alle Tiere hatten in einer Box gehaust, aus denen man sie nur zwecks des Deckens genommen hatte. Daher auch sein Triebverhalten. Und das war auch der Grund, warum man ihn sofort hatte kastrieren müssen. Wie alt genau der Hund war, konnte man ebenfalls nicht sagen, da keinerlei Papiere oder Unterlagen gefunden worden waren. Man schätzte ihn allerdings auf 5 - 6 Jahre. Und all die Jahre hatte Timon dieses elende Leben führen müssen.
Ich schaute diesen armen Hund an und hätte heulen können. Ich könnte es schon wieder, wenn ich diese Zeilen nur tippe. Ich spürte Wut und Zorn über solche widerlichen Menschen...aber vor allem tat mir dieses Tier einfach nur unfassbar leid.

Im selben Atemzug erfuhren wir, dass die vorherigen Interessenten alle abgesagt hätten. Begründungen waren, er würde zu viele Haare verlieren. Oder es würde ja soviel Zeit für die Erziehung draufgehen, da er ja nicht einmal "Sitz" machen konnte.
Ich beschloss, den Hund nicht im Heim zu lassen. Ich unterschrieb ohne größer darüber nachzudenken den Vertrag über die zweiwöchige Probezeit (damit man im heimischen Gefilde ausprobieren kann, ob der Hund mit allem kompatibel ist) und nahm Timon noch am selben Tag mit.

Die Bilder stammen von meinem Instagram Account. Verwendung untersagt.
 

Dienstag, 8. März 2016

Die Alchimistin (Kai Meyer)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung: 

 
Im düsteren Schloss ihrer Ahnen wächst Aura Institoris inmitten eines Labyrinths endloser Gänge und Säle heran. Als ihr verhasster Vater, ein Alchimist, getötet wird, verliebt sie sich ausgerechnet in seinen Mörder – den mysteriösen Gillian. Sein Auftrag ist es, auch Aura zu ermorden. Doch Gillian stellt sich für sie gegen seinen Meister. Gemeinsam geraten die beiden zwischen die Fronten eines Krieges zwischen Unsterblichen, deren Hass die Jahrhunderte überdauert hat.

 
Aufgrund einer Empfehlung einer guten Freundin bin ich auf „Die Alchimistin“ aufmerksam geworden. Kai Meyer kannte ich vorher nicht; habe also kein Vergleichsmaterial und kann daher nur dieses Werk an sich beurteilen.
Was mir sofort aufgefallen ist? Kai Meyer hat es drauf bildliche Beschreibungen so rüber zu bringen, dass sie sofort im Kopf entstehen. Man fühlte sich abgeholt und taucht ein in seine Welt, die man quasi  im Geiste sehen kann. Ich hatte dennoch das Gefühl kein Jugendbuch zu lesen. Die Geschichte an sich war schon etwas für Erwachsene. Relativ schnell kam ich in einen Lesefluss, der mich einfach mitgenommen hat – was daran liegen mochte, dass ich echt Lust auf das Buch und die Thematik hatte. Und dennoch… irgendwas hat das Buch, was mich zweifeln lässt. Liegt es an seinem Schreibstil? Nein, ich mochte den Stil wirklich gerne. Lag es an zu langatmigen Ausschweifungen? Auch nicht. Umgebungen wurden gut beschrieben und hatten keine Überlänge.
Vielleicht lag es also an den Charakteren.
 
Ich mag Ecken und Kanten. Vor allem bei den Hauptpersonen. Doch immer wenn ich über die Charaktere gelesen habe, schwang etwas Merkwürdiges mit. Mag daran liegen, dass Aura (übrigens ein wunderschöner Name!) gleich zu Beginn die komische Eigenart präsentierte die Innenseite ihrer Schenkel zu piercen. Ich bin auch mit dem Hermaphrodit Gillian nicht ganz warm geworden. Und dann ist da noch Christopher, der eine derartige Kehrtwende gemacht hat, dass ich ihn irgendwann absolut nicht mehr mochte. Das war trotzdem noch nicht das „Hauptproblem“. Am meisten ärgert mich der Eindruck, dass die Charaktere an sich zu ‚blass‘ geschrieben wurden. Mag auch daran liegen, dass man immer wieder von einer Story in die Nächste geworfen wird. Schade eigentlich.
 
Doch „Die Alchimistin“ hat durchaus auch Spannungsmomente. Ich hatte zwei absolute Lieblingsstellen im Buch. Ich konnte mich nicht losreißen, als der Dachboden erkundet wurde und ich wäre fast im Dreieck gesprungen als die kleine Schwester plötzlich entführt wurde, denn damit hatte ich nicht gerechnet. Was das Leseerlebnis auch gerettet hat um ehrlich zu sein.
Ich werde dem zweiten Band auf jeden Fall eine Chance geben, dann das hat es absolut verdient. Ich will wissen wie es weitergeht!
 
3 / 5 ♥ ♥ ♥

Samstag, 30. August 2014

Quäl das Fleisch (Monica J. O’Rourke)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung:

Zoey wusste nicht, was echter Schmerz ist. 

Nachdem sie in Manhattan entführt wurde, wird Zoey in einen Bunker verschleppt und Opfer der abartigen Fantasie eines kranken Mannes. Doch sie ist nicht die einzige Gefangene, in Käfigen vegetieren dutzende Frauen vor sich hin. Täglich werden sie gequält …

Doch sie lernt schnell: Echter Schmerz ist etwas zwischen Ekstase und Pein ...

Ich habe mich bei dieser Rezension extrem schwer getan - einerseits liebe ich FESTA für seine Extrem-Reihe, andererseits empfinde ich manche Bücher in dieser Kategorie als echten Murks. Zu letzterem gehört (leider) auch dieses Buch.  Es hörte sich als E-Book vielversprechend an, enttäuschte mich aber auf ganzer Linie. Ich habe absolut nichts gegen derbste Brutalität oder versauten Sex in Büchern (obwohl man hier schon von kranker Pornographie sprechen könnte). Abschreckende Sexszenen und diverse Foltermethode werden quasi auf jeder Seite aneinander gereit und es kommt einem schnell vor, als würde das ganze überhaupt keinen roten Faden verfolgen. Ich sage sogar, dass hier alles ohne Sinn und Verstand passiert und man sich vor Unlogik kaum retten kann. Was war nochmal die eigentliche Geschichte? Achja - dicke Menschen werden gezwungen an einem Boot Camp teilzunehmen um endlich abzunehmen und ihren Körper zu wertschätzen. Allein diese Tatsache hat mich mit den Augen rollen lassen.

Versteht mich nicht falsch: Ich weiß natürlich, dass man bei der Extrem-Reihe keine Meisterwerke erwarten sollte; das habe ich auch nicht. Aber "Quäl das Fleisch" war leider sowas von unlogisch und leider dadurch auch lahm [irgendwann scheitert nämlich auch jede noch so brutale Sexszene und langweilt einen], dass Spannung gänzlich verloren ging. Eigentlich sehr schade, denn ich hätte mir gewünscht, dass diese Frau jetzt einen richtigen Knüller raus haut - vielleicht gerade weil die Extrem-Reihe doch eher eine Männerdomäne ist. Der Schuss ging nach hinten los. Jedenfalls für mich.

Vom Schreibstil her hat es mich ebenfalls nicht überzeugt. Wie schon erwähnt, hat es mich schnell gelangweilt...und dann kam auch noch diese plötzliche Wendung der Hauptcharakterin, die am Ende alles und jeden in dieser Einrichtung platt gemacht hat. Woher nimmt man bitte diese Kraft; vor allem wenn man tagelang auf's derbste misshandelt und gefoltert wird? Dazu kamen dann noch permanente Wiederholungen von einzelnen Worten oder Beschreibungen, wo man irgendwann einfach abgeschaltet. Eigentlich wirklich schade - das Cover fand ich persönlich nämlich ziemlich genial! 

1 / 5  ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Freitag, 22. August 2014

Vertraute der Sehnsucht (Lara Adrian)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung: 

Zwanzig Jahre sind vergangen, seitdem der Orden der Vampire seinen größten Gegner besiegt hat. Doch die Welt ist in Aufruhr, und die Vampirkrieger finden keine Ruhe. Unter den Kämpfern ist auch Mira, die von den Ordensvampiren aufgezogen wurde. Ihr einziges Ziel ist es, den Tod eines geliebten Freundes zu rächen, und so stürzt sie sich in jede Schlacht wie eine zornige Furie. Doch eines Tages wird sie mit einer Wahrheit konfrontiert, die alles infrage stellt, wofür sie gekämpft hat ...

Weiter geht's mit Lara Adrian. Ich habe mich bewusst nicht über den 'Start der neuen Generation' informiert. Wer mich kennt weiß, dass ich die Midnight Breed Reihe über alles liebe und ich hatte ehrlich gesagt schon ein wenig Angst, dass es mir meine Lieblingswelt kaputt machen könnte. Aber ich wurde nicht enttäuscht; ich war sogar begeistert von dem Sprung, den Frau Adrian hier gemacht hat. Da ich mich nicht informiert hatte wusste ich auch nicht, welches Liebespaar auf mich zu kommen konnte. Aber man wusste ja, dass man es mit Mira zu tun hat...also ging das Ratespielchen zu Beginn los. Hatte man jetzt wirklich Kellan Archer aus dem Spielverlauf genommen? Würde Mira tatsächlich an jemand anderen geraten? Möglich wäre es ja, immerhin soll sich die Geschichte ändern!

Mittlerweile leben die Vampire auch nicht mehr versteckt, denn die Öffentlichkeit weiß von ihrer Existenz und so versuchen Lucan und sein Orden mit ihnen in Harmonie zu leben. Dass das auf Dauer Probleme mit sich bringt und sicherlich nicht ganz so einfach, kann man sich ja vorstellen und genau das fand ich auch sehr spannend an der neuen Generation. Wie genau wird die Koexistenz aussehen? Was genau ist aus den Mitgliedern von Lucan's Team geworden? Fragen über Fragen die aber nach und nach ganz locker im Buch beantwortet wurden. Absolut gefreut hat mich dabei, dass die "Alten" immer mal wieder eingebracht wurden - es sie also immernoch gibt und sie alle eine bestimmte Aufgabe haben. Nicht anderes hätte ich mir gewünscht (man hängt ja eben doch an dem ein oder anderen Liebling aus vorangegangenen Bänden). Leider fand ich, dass Renata und Nikolai sehr wenig mit eingebunden waren. Da hatte ich mir doch schon ein bisschen mehr erhofft; immerhin sind sie die Eltern von Mira!

Kommen wir aber zurück zu dem eigentlichen Liebespaar dieser Geschichte. Ich fand, dass man von Anfang an 'gespürt' hat, dass die beiden einfach zueinander finden müssen, auch wenn man es ihnen nicht so einfach gemacht hat. War Kellan in der Vergangenheit noch ein (für mich) ziemlich blasser Charakter, so war er hier umso interessanter aufgrund seines Wechsels in die Rebellengruppe. Beide Charaktere wurden allgemein als sehr heißblütig und kämpferisch dargestellt, was mir persönlich sehr gefallen hat. Wahrscheinlich hätten sie es sonst auch nicht geschafft, aus dem Tief heraus zu kommen indem sich beide befanden. Manchmal, so kam es mir vor, waren die Szenen zwischen den beiden allerdings ein wenig langatmig und zögen sich unnötig in die Länge. Davon ausgenommen sind die Erotikszenen, die von Frau Adrian mal wieder hervorragend geschrieben wurde - genau passend für beide, die eben ähnliche Charakterzüge hatten. 

Ich bin froh dass man sich entschieden hat, die Reihe fortzusetzen und der neuen Generation eine Chance zu geben und ich bin gespannt - nicht zuletzt dank all der Veränderungen - was uns jetzt für Bedrohungen und Wendungen erwarten werden! 

4,5 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥

Dienstag, 24. Juni 2014

Die Midnight Breed Novellen

Wisst ihr was ich richtig toll finde? Wenn Autoren ihren Fans die Wartezeit auf das nächste Buch versüßen, indem sie kleine Zwischengeschichten raus hauen. In diesem Fall ist es die gute Lara Adrian, die mit ihren Novellen die Geschichte von Paaren aufgreift, die es nicht ganz in den Fokus der Hauptgeschichte geschafft haben oder (wie im Fall von Gideon & Savannah) die Vorgeschichte einer Person aufgreifen. Bis jetzt sind zwei ganze Novellen erschienen, die ich euch jetzt hier näher vorstellen möchte. 

Das Sehnen der Nacht (Danica & Malcom)

Die Stammesgefährtin Danika ist nach dem Tod ihres Geliebten Conlan in ihre Heimat zurückgekehrt, um ihren kleinen Sohn in Frieden aufzuziehen. Als sie nach Schottland reist, erfährt sie durch Zufall von dunklen Machenschaften eines Gangsterbosses. Danika ist fest entschlossen, den kriminellen Vampir zur Rechenschaft zu ziehen. Dabei trifft sie auf dessen Gefolgsmann Brannoc, der ihr unerwartet zur Hilfe kommt - und ihr Herz nach langer Trauer wieder höher schlagen lässt ...

Wir lernten unsere Protagonistin bereits ziemlich am Anfang der Midnight-Breed-Reihe kennen, doch als sie ihren Gefährten Conlan verlor, wurde es still um die schottische Stammesgefährtin, was ich sehr schade fand da sie ein toller Charakter zu sein schien. Umso erfreuter war ich, als diese Novelle raus kam und mich nicht enttäuscht hat. Danica kam zurück nach Schottland und lernte dort einen Vampir kennen, der ihr seltsam vertraut vorkommt. Zum Verlauf der Story möchte ich nicht allzu viel verraten, aber es ist natürlich ähnlich aufgebaut wie die anderen Geschichten der Reihe. Die beiden kommen sich näher und Danica findet zum Schluss sogar wieder zu ihrem Glück. Die Novelle ist schön geschrieben und man erfährt genug über Danica (und auch ihren Leidensweg nach Conlans Tod). Alles in allem war es sehr zufriedenstellend, da Danica von Anfang an nicht allzu fest in die Geschichte mit einbezogen wurde. Genau richtig für eine Nebengeschichte und ein Muss für alle Fans der Bücher. 

5 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Versprechen der Nacht (Gideon & Savannah)

Als die Studentin Savannah in der Bibliothek ihrer Universität ein dreihundert Jahre altes Schwert berührt, sieht sie in einer Vision einen hellhaarigen Krieger, der ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Am nächsten Abend wird ihre Mitbewohnerin ermordet und das Schwert gestohlen. Als Savannah kurz darauf von einer unmenschlichen Kreatur angegriffen wird, rettet ihr der geheimnisvolle Gideon das Leben, der ihr seltsam bekannt vorkommt... 

Wahrscheinlich war dieser Band einer der am meisten ersehnten der Reihe. Irgendwie wollte jeder wissen, was es tun nun mit dem Paar auf sich hatte, dass schon seit Anbeginn des Ordens dabei war und wie es dazu kam, dass Gideon nicht bei Kämpfen zu sehen war. Dazu gehörte auch ich. Von Anfang an waren die beiden Bestandteil der Gruppe, aber ich muss sagen dass es mir nicht soviel Spaß gemacht hat ihre Vorgeschichte zu lesen. Die beiden passen super zusammen – gar keine Frage – aber ich hatte den Eindruck, dass Lara Adrian diese Novelle geschrieben hat, weil sie es musste. Weil die Fans es unbedingt wollten.

Ich habe mich regelrecht durch die Geschichte gehetzt gefühlt und war relativ schnell von dem Hin und Her genervt, dass zwischen Savannah und Gideon herrschte. Erst war sie gefesselt von ihm, dann vertraute sie ihm nicht mehr, dann verliebte sie sich, dann vertraute sie ihm nicht mehr, dann war das Vertrauen plötzlich wieder da…und alles in einer Geschwindigkeit, die mir einfach irgendwie nicht gepasst hat. Das alles hat diese Novelle für mich unrund erscheinen lassen und ich gehe sogar soweit und sage, dass ich enttäuscht war und diesen Band lieber nicht gehabt hätte (dafür aber ein anderes Paar aus Nebengeschichten). 

3 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥ 

Samstag, 14. Juni 2014

Sieben Jahre Sehnsucht (Sylvia Day)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung:

Je länger das Sehnen, umso süßer die Erfüllung.

Lady Jessica Sheffield erwischt den attraktiven Alistair Caulfield dabei, wie er im Wald eine verheiratete Gräfin befriedigt. Seitdem herrscht eine verstörende Spannung zwischen ihnen, und sie vermeidet jede weitere Begegnung. Sieben Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander und kommen sich näher. Das anfängliche Knistern schlägt bald wilde Funken der Leidenschaft, und die beiden ergeben sich ihrem starken Verlangen ...

Ich möchte vorweg erwähnen, dass ich die Crossfire - Reihe nicht gelesen habe, für die Sylvia Day so bekannt ist. Es war das erste Buch was ich von der Autorin überhaupt gelesen habe. Normalerweise halte ich auch nicht viel von reinen Erotikbänden aber dieses Buch hat mich gut unterhalten und war erfrischend anders als die Werke, die ich bis jetzt so kannte. Natürlich liegt der Fokus dieser Geschichte auf der Liebschaft beider Hauptcharaktere aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich einen reinen Porno lese, wie es meistens bei dieser Sparte der Fall ist. Im Gegenteil. Die Charaktere hatten unerwartete Tiefe für dieses Genre und bewegte Lebensabschnitte, die die nötige Spannung mitbringen. Durch viele Wendungen und Ereignisse, bekommen wir keine eintönige Story sondern erleben eine komplexe Charakterwelt die uns mitfiebern lässt. 

Die Protagonisten Jess & Alistair fand ich gleich zu Beginn sehr sympathisch aber auch Nebencharaktere wie Hester gefallen einem irgendwie auf Anhieb. Sie bringen mehrere Charakterzüge mit; nachvollziehbar und mit gewissen Ecken und Kanten. 

Ich fand es sehr gut, dass der teils düstere Hintergrund immer wieder beleuchtet wurde denn wir dürfen nicht vergessen, dass diese Geschichte in der Vergangenheit spielt und viele Dinge für damalige Verhältnisse einfach normal waren. Da wurde man gewissen Männern versprochen – das war tatsächlich so! Die Handlungen sind also keineswegs aus dem Nichts gegriffen. Ein solides Buch, was einen für ein paar Stunden in andere Welten bringt und gut geschrieben war! Gerne mehr davon.

4 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥