Samstag, 14. Juni 2014

Sieben Jahre Sehnsucht (Sylvia Day)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung:

Je länger das Sehnen, umso süßer die Erfüllung.

Lady Jessica Sheffield erwischt den attraktiven Alistair Caulfield dabei, wie er im Wald eine verheiratete Gräfin befriedigt. Seitdem herrscht eine verstörende Spannung zwischen ihnen, und sie vermeidet jede weitere Begegnung. Sieben Jahre später treffen die beiden wieder aufeinander und kommen sich näher. Das anfängliche Knistern schlägt bald wilde Funken der Leidenschaft, und die beiden ergeben sich ihrem starken Verlangen ...

Ich möchte vorweg erwähnen, dass ich die Crossfire - Reihe nicht gelesen habe, für die Sylvia Day so bekannt ist. Es war das erste Buch was ich von der Autorin überhaupt gelesen habe. Normalerweise halte ich auch nicht viel von reinen Erotikbänden aber dieses Buch hat mich gut unterhalten und war erfrischend anders als die Werke, die ich bis jetzt so kannte. Natürlich liegt der Fokus dieser Geschichte auf der Liebschaft beider Hauptcharaktere aber ich hatte nicht das Gefühl, dass ich einen reinen Porno lese, wie es meistens bei dieser Sparte der Fall ist. Im Gegenteil. Die Charaktere hatten unerwartete Tiefe für dieses Genre und bewegte Lebensabschnitte, die die nötige Spannung mitbringen. Durch viele Wendungen und Ereignisse, bekommen wir keine eintönige Story sondern erleben eine komplexe Charakterwelt die uns mitfiebern lässt. 

Die Protagonisten Jess & Alistair fand ich gleich zu Beginn sehr sympathisch aber auch Nebencharaktere wie Hester gefallen einem irgendwie auf Anhieb. Sie bringen mehrere Charakterzüge mit; nachvollziehbar und mit gewissen Ecken und Kanten. 

Ich fand es sehr gut, dass der teils düstere Hintergrund immer wieder beleuchtet wurde denn wir dürfen nicht vergessen, dass diese Geschichte in der Vergangenheit spielt und viele Dinge für damalige Verhältnisse einfach normal waren. Da wurde man gewissen Männern versprochen – das war tatsächlich so! Die Handlungen sind also keineswegs aus dem Nichts gegriffen. Ein solides Buch, was einen für ein paar Stunden in andere Welten bringt und gut geschrieben war! Gerne mehr davon.

4 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥

Montag, 2. Juni 2014

Der ultimative Serien[TAG]!

Ich bin ja nicht nur ein bekennender Fan von Büchern; nein ich liebe auch Serien und Filme und gerade deswegen wollte ich unbedingt bei diesem TAG mitmachen. Netterweise habe ich ihn mal von sternchenwelt mitgehen lassen. Schaut doch mal vorbei und macht ebenfalls mit, wenn ihr Lust habt! ;)

Was war deine erste Serie die du total geliebt hast?
Ich nehme mal an, damit sind nicht die Serien gemeint, die ich als Kind gesuchtet habe. Das waren nämliche alle Serien die damals nach Schulschluss liefen – Sailor Moon, Dragon Ball, Pokemon. Ihr kennt das! Aber die erste Serie, bei der ich richtig mitgefiebert habe und von dem ich richtig Fan war, war ALIAS. Ich liebe die Serie bis heute, auch wenn viele das nicht verstehen können. 

Deine aktuelle Lieblingsserie?
Fragen nach meinem ‚Liebling’ finde ich immer wahnsinnig schwer zu beantworten. Ich schwanke immer zwischen mehreren guten Serien hin und her. Aber wahrscheinlich darf ich auch hier wieder ‚Sons of Anarchy’ nennen. Die zur Zeit beste Serie auf dem Markt. 

Wenn du dir einen Charakter einer Serie aussuchen dürftest, mit dem du eine Beziehung führen könntest, wer wäre das?
An dieser Stelle habe ich wirklich hart überlegen müssen. Eine richtige, ernsthafte Beziehung ist glaube ich mit keinem meiner Favoriten möglich. Wir alle wissen doch, dass Dean Winchester (Supernatural) kein Friede-Freude-Eierkuchen-Familienleben haben wird. Und wir alle wissen doch, dass Jax Teller (Sons of Anarchy) die Liebe seines Lebens schon gefunden hatte und deswegen nur unglücklich wäre. Ja und Hannibal…ich weiß ja nicht; ich glaube da müsste ich Angst haben dass mir irgendwann eine Niere fehlt. Dann hätten wir da noch Khal Drogo (Game of Thrones), aber der ist mir persönlich zu brutal und man muss sich als Frau permanent in den Mittelpunkt kämpfen. Ragnar Lothbrok (Vikings) ist zwar auch ein Sahnehäppchen aber ein Fremdgeher und außerdem will ich mich ungerne gegen Lagertha stellen! Wer weiß, vielleicht krall ich mir einfach Daryl Dixon (The Walking Dead)? Aber nein, der ist auch eher nicht so der Beziehungsmensch. Dem lass ich mal schön seine Armbrust!

Dein Lieblingsgenre bei Serien?
Auch schwer. Hier schwanke ich zwischen Mystery und Drama. Aber bei beiden Sparten gibt es auch wieder Unterkategorien, die ich überhaupt nicht mag. 

Größter Girl Crush
Ich fand eigentlich fast durchgehend alle Frauen von Spartacus wahnsinnig toll. Ich bin ein großer Fan von Saxa (Ellen Hollman) und Mira (Katharina Law); Frauen mit Schwertern halt! Hmm…aber der größte weibliche Crush in einer Serie war Katie Cassidy als Ruby (SPN).

Größter Boy Crush
Jax Teller (Sons of Anarchy). Ich glaube dazu muss ich nicht mehr viel sagen. 

Welche Serie wird unterschätzt?
Vikings, eindeutig. Als die Serie anlief, ging das Fandom erst nach langer Zeit richtig auf und das machte es schwer als Fan irgendwie eine Basis zu schaffen. Wahrscheinlich lag das auch daran, dass es eben auf einem Genresender (History) lief und der nun mal nicht so bekannt war wie FX oder NBC. Aber es ist eine wahnsinnig tolle Serie und ihr solltet unbedingt reinschauen! 

Dein Guilty Pleasure?
Hab ich sowas? Das kann ich selbst gar nicht beantworten. Ich mag das was ich mag und stehe dazu. Ist das ein Guilty Pleasure?

Kaufst du dir Serien Merchandising?
Nicht regelmäßig, da es meistens auch sehr teuer ist. Aber wenn mir etwas richtig gut gefällt, dann will ich das meistens auch haben. Bis jetzt besitze ich aber nur offizielles Merch von Supernatural und SOA. 

In welchem Serienuniversum würdest du gerne leben?
Supernatural. Es würde zwar hart werden, aber als Jägerin im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gegen die Apokalypse kämpfen? Warum nicht! 

Welchen Charakter einer Serie würdest du gerne spielen?
Lagertha Lothbrok (Vikings). Warum? Weil sie eine Frau ist, die durchgreifen kann und nicht davor scheut einen Kampf zu bestreiten. Sie steht an der Seite ihres Mannes und lässt sich nichts verbieten – ganz egal was Werte und Normen dazu sagen mögen. 

Welcher Kinofilm sollte als Serie umgesetzt werden?
Ich fände die Mortal Instruments Reihe ja schon sehr verführerisch. Da könnte man sicherlich eine Serie draus basteln!

Welchen Seriencharakter hasst du, möchtest ihn am liebsten töten und aus der Serie schreiben und warum?
In den meisten Fällen hat sich das schon erledigt. Bei Lori & Shane (The Walking Dead) hab ich echt gehofft dass sie irgendwann sterben. Das gleiche gilt für Clay Morrow (SOA) den ich wirklich am meisten von allen Seriencharakteren gehasst habe. Wen ich auch absolut nicht ausstehen kann ist Sara Lance (Arrow); sie nervt mich und ich will sie am liebsten nie wieder sehen! Und aus gegebenem Anlass nenne ich hier auch gleich mal Cotton Mather (Salem). Der Geistliche schafft es glaube ich nie in mein Herz!

Welche Serie hast du komplett durchgeschaut?
Soll ich das hier echt auflisten? Das würde den Rahmen sprengen; eindeutig. 

Welche Serie findest du am schlechtesten?
Da gibt es so einige. Beauty & the Beast find ich ziemlich ausgelutscht und schauspielerisch echt unterste Kanone – das mag vielleicht auch an Kristin Kreuk liegen, die ich absolut nicht mag. Mittlerweile muss ich dasselbe aber auch über The Vampire Diaries sagen. Was die aus der Serie gemacht haben geht leider gar nicht! 

Erzähle von einer Lieblings Szene!
Sie ist meine Lieblingsszene weil sie so unglaublich herzzerreißend ist und einen fassungslos auf den Bildschirm starren lassen hat. Die finale Szene von SOA Staffel 2; Jax bricht zusammen weil sein Kind entführt wurde. Ich krieg jedes Mal Gänsehaut wegen der Emotionen und der Musik und sowieso und überhaupt! Grandios!

Welche Serie willst du als nächstes sehen?
The Strain. Einfach weil der Trailer meine Aufmerksamkeit erreicht hat. Und irgendwann wag ich mich auch nochmal an Pretty Little Liars!

Freitag, 23. Mai 2014

Level 26: Dunkle Seele (Anthony E. Zuiker)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung:
Strafverfolgungsbehörden teilen Mörder in verschiedene Kategorien der Bösartigkeit ein: angefangen bei Zufallstätern der Stufe 1 bis hin zu Folterern und Schlächtern der Stufe 25, deren Grausamkeit und Perversität sich dem normalen Begriffsvermögen entziehen.
Doch nun ist eine neue Kategorie entstanden. Eine bisher unbekannte Dimension des Schreckens. Und nur eine geheime Elitetruppe weiß davon. Sie hat den Auftrag, die gefährlichsten Killer und Psychopathen der Welt auszuschalten. Bisher gehört nur eine Person in die neue Kategorie.

Seine Opfer: Jeder 
Seine Methoden: Alles, was ihm geeignet erscheint 
Sein Alias: Sqweegel 
Seine Einstufung: Level 26

Jedem Leser stehen audiovisuelle Inhalte im Internet zur Verfügung.

LESEN Sie das Buch.
SEHEN Sie die Filme im Web.
ERFAHREN Sie die ganze Dimension des Schreckens.

Level 26 war ein Buch, was ich schon sehr lange auf meiner Must-Have-Liste hatte. Natürlich hat mich der Hintergedanke gereizt, dass man es mit einem Roman zu tun hat der teilweise durch Videos unterstützt wurde aber das war nicht der ausschlaggebende und alleinige Grund, warum ich es lesen wollte. Sqweegle’s Auftreten hat einem sofort das Blut in den Adern gefrieren lassen und er hat mich als Killer auch nicht enttäuscht. Wir werden hier mit einem sehr extremen (gestörten) und psychotischen Serienmörder konfrontiert, der seine Taten stets sorgfältig plant und so eine ganze Weile nicht zu schnappen ist. Seine Taten wirken wie ein Puzzle, das man trotz seiner Brutalität unbedingt auch selbst für sich lösen möchte. Sein Auftreten ist schon etwas gruselig, wenn man bedenkt dass er komplett rasiert und mit Butter eingeschmiert in einen weißen Ganzkörperlatexanzug schlüpft und sich damit bewegen kann wie ein Schlange. Mich persönlich hat das ganze ein wenig an American Horror Story erinnert – warum nur? 

Die beworbene „Digi-Novel“ hat sicherlich seinen Charme, aber meines Erachtens nach muss man die Videos nicht unbedingt sehen um den Verlauf zu verstehen. Die Hälfte der kleinen Filmchen habe ich schlicht und ergreifend ausgelassen, weil ich in meinem Lesefluss nicht unterbrochen werden wollte – und man wird zweifellos unterbrochen wenn man für die Filmchen an den PC muss. Die Filme sind in erster Linie Extra’s für mich gewesen; vor allem weil ich von Anfang an nicht auf schauspielerisches Talent gesetzt hatte. Im Gegensatz zu den Beschreibungen im Buch wirken die Filmchen außerdem eher seicht und zurückhaltend, was für mich nicht wirklich ins Gesamtbild gepasst hat. 

Was mich an diesem Buch sehr gestört hat? Steve Dark. Ich hatte mir bei diesem Charakter wirklich mehr versprochen, aber seine Tiefe blieb aus und er wirkte eher platt als atemberaubend. Ebenso enttäuscht war ich vom Ende des Buches, da der kleine Kampf eindeutig zu schnell und zu unspektakulär ausging. Aber an sich werde ich die Reihe weiter verfolgen, denn ich bin gespannt was man sich als nächstes einfallen lässt. Und vielleicht kommt dann auch etwas Schwung in Steve Dark's Charakterprofil.

3 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Dienstag, 13. Mai 2014

Erwählte der Ewigkeit (Lara Adrian)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung:


Der Orden der Vampire wird von einem finsteren Widersacher bedroht, der immer mehr an Macht gewinnt. Der Vampir Sterling Chase, der mit den dunklen Abgründen seines Wesens ringt, beschließt, sich zu opfern, um dem gefährlichen Gegner ein für allemal das Handwerk zu legen. Doch seine Pläne werden durchkreuzt, als eine junge Sterbliche zwischen die Fronten des wachsenden Konfliktes gerät. Eine Frau, die ein ungeahntes Geheimnis verbirgt ...

Seit der erste Band der Midnight-Breed Saga vor ein paar Jahren erschienen ist, bin ich ein wahnsinnig großer Fan dieser Reihe von Lara Adrian. Mir war es dabei auch egal, dass es immer mit der Black-Dagger Reihe verglichen wurde, da ich diese nie gelesen habe. Ich muss bei dem 10. Band der Reihe allerdings gestehen, dass ich erst Angst hatte ihn zu lesen da ja bekannt wurde dass die ‚erste Generation’ damit abgeschlossen war. Ich hatte Angst, dass das Ende (das ja eigentlich keines war) nicht so werden würde wie ich es mir erhofft hatte. Vielleicht hat das Buch deswegen auch so lange auf meinem SUB gelegen…

Doch beginnen wir bei den beiden Hauptprotagonisten dieses Bandes. Ich habe mich sehr gefreut, dass Harvard Chase seine eigene Geschichte bekommt, da ich ihn von Anfang an mochte. Er war nie ein einfacher Charakter und hatte bereits in den vorherigen Geschichten seine Höhen und Tiefen – weitestgehend aber Tiefen. Zuerst verliebte er sich in Elise und dann sorgte er innerhalb des Ordens für Ärger. Drama war also vorprogrammiert. Und dann haben wir da noch Tavia Fairchild. Was bereits bei Jenna angefangen hat, wird hier quasi perfektioniert und wir erhalten eine Überraschung nach der nächsten was diese Frau anbelangt. Von Anfang an waren diese beiden eine explosive Mischung und sie haben nicht enttäuscht!

Tavia mochte ich in ihrer Rolle sehr gerne, weil sie sehr authentisch rüber kam und man ihre Reaktionen gut nachvollziehen konnte – besonders im Bezug auf Chase, der alles andere als einfach war. Doch sie schaffte es schnell hinter die Fassade zu gucken und entdeckte einen ganz anderen Mann – einen den wir in den anderen Bänden niemals erwartet hätten. Auf den Rest muss ich eigentlich kaum eingehen, denn wer Lara Adrian kennt weiß, dass die Liebesszenen immer sehr gut geschrieben sind und von meiner Seite gibt’s da nichts auszusetzen. Allerdings wird die Erotik hier nicht so groß geschrieben wie noch zum Anfang. Alles wird irgendwie ernster, auch wenn Erotik natürlich nicht zu kurz kommt! 

Allerdings steht nicht nur die Liebesgeschichte an vorderster Front. Es ist wahnsinnig viel Story in dieses Buch gepackt worden und irgendwann werden auch wieder alle Charaktere der vorherigen Bände erwähnt. Jeder von ihnen erhält noch einmal irgendeine Aufgabe oder wird zumindestens genannt und wahrscheinlich macht uns das hier am besten klar, dass wir ‚Abschied’ von der ersten Generation nehmen müssen und dass wir bald mit der nächsten konfrontiert werden. Was mich zusätzlich positiv überrascht hat war die Tatsache, dass auch sehr viel auf Lucan als Stammesanführer eingegangen wird, der wieder Problemen gegenüber steht die ihn selbst betreffen. Zwischendurch erhalten wir immer wieder einen Einblick auf die mögliche Zukunft des Ordens. Auch spielt das Neugeborene von Dante & Tess hierbei eine Rolle – doch um nicht zuviel zu verraten, gehe ich nicht näher darauf ein. 

Was mich ein wenig enttäuscht hat, war der Kampf am Ende des Buches. Ich hatte mir die Schlacht gegen Dragos ein wenig epischer und länger vorgestellt, gerade weil er so gesehen den Hauptgegner des Ordens verkörpert hat. Doch alles in allem bin ich mit dem Abschlussband voll und ganz zufrieden; vor allem weil ich weiß dass es weitergeht und weil ich einen Einblick auf viele neue Handlungsstränge geworfen habe. Vielen Dank für 10 wunderschönen Bände dieser ersten Generation der Stammesvampire!

4,5 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Mittwoch, 7. Mai 2014

Final Cut (Veit Etzold)



Klappentext | Inhaltsbeschreibung:

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und einen Feind.

Die Freunde sind virtuell, der Feind ist real.

Er wird Dich suchen.
Er wird Dich finden.
Er wird Dich töten.

Du hast 438 Freunde auf Facebook.
Und keiner wird etwas merken.



In erster Linie ist mir dieses Buch aufgrund seines Klappentextes aufgefallen – jedoch verspricht dieser irgendwie etwas anderes als ich es letztendlich gelesen habe. Für mich ist klar: Der Thriller ist eigentlich ganz gut, vor allem bin ich überrascht, dass es ein deutscher Autor war der uns das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wir haben es hier mit einem sehr brutalen Mörder zu tun dessen Vorgehensweise fesselnd wie auch brillant ist. Wie er seine Opfer zurücklässt ist schockierend und ekelig – allerdings für mich nicht allzu ekelig, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich schon viele extreme Thriller gelesen habe. Die Morde wirken zusätzlich sehr gut recherchiert, das beste Beispiel dafür sind die Käfer, und man merkt dass sich hier viel Mühe mit den Details gegeben wurde.

Ich weiß nicht ob die Sendung ‚Miss Shebay’, die in diesem Buch vorgestellt wird, dieses Feeling nicht kaputt gemacht hat. Einerseits ist es nicht weit weggeholt, denn die Menschen haben sich ja schon immer am ‚Leid’ anderer aufgegeilt, aber ich finde es passt nicht ganz zum Inhalt und lässt das ganze lächerlich wirken, weil sie absolut nichts mit den (eigentlich ernsten) Handlungsstrang zu tun hat. Die Figuren hinter ‚Miss Shebay’ sind platt und nichtssagend und haben mich ein wenig enttäuscht.

Das Buch befriedigt sicherlich alle die gerne Thriller lesen, aber sehr schnell bekommt man den Eindruck, dass es einfach nur darauf aus ist die Brutalität und den Ekel zu steigern um aus der Masse hervor zu stechen. Für jene wie mich, die diese Extreme schon gewohnt sind, war es daher nichts Besonderes. Ein Lesevergnügen für Zwischendurch aber keine Kostbarkeit die eine Krone verdient hätte. 

3 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Mittwoch, 30. April 2014

Das Parfüm (Patrick Süskind)

Ich habe den Film geliebt und deswegen war es für mich schon ein Must-Read, an welches ich mich aber nie wirklich heran getraut habe. Ich wollte mir das schöne Bild des Films nicht selbst versauen und wahrscheinlich habe ich deswegen nie nach dem Buch gegriffen. Doch jetzt war es soweit und ich bereue es kein Stück. Ich gebe zu, der Schreibstil war zwischenzeitlich sehr anstrengend und wir haben es hier nicht mit der leichten Kost zu tun, die wir einfach so vom Fleck weg lesen können. Auch waren einige Strecken im Buch dabei, die sich extrem lang gezogen haben und bei denen man sich sogar ‚gelangweilt’ hat. Süskind beschreibt die Umgebung sehr detailgenau und lässt allen menschlichen Sinnen dabei großen Spielraum; das ist nicht unbedingt der Stil von jedermann. Andererseits ist es aber auch irgendwie fasziniert wie genau spezielle Düfte und Wahrnehmungen beschrieben werden. Wir stolpern hier über Beschreibungen von Dingen, die wir uns vorher nie genau ausmalen konnten. 

Doch kommen wir zu den Charakteren. Natürlich ist unser Protagonist - Jean-Baptiste Grenouille – derjenige, der im Vordergrund steht und den Leser in seinen Bann zieht. Nur selten hat man uns mit einem derartigen Mörder konfrontiert und wir empfinden gleichzeitig Mitleid sowie Abscheu für ihn und seine Taten. In einem Moment sind wir wie gefesselt von seinem ‚Talent’ und dieser ganz eigenen Welt in der er lebt (was mich stark an Autismus erinnert hat) und im anderen Moment fürchten wir uns vor dem Monster, dass da versteckt offensichtlich in ihm lauert und immer wieder Scheibchenweise hervor scheint. Patrick Süskind hat wirklich wahnsinniges Geschick bei diesem Werk bewiesen und drückt sich stets gewählt und auch überlegt aus. Splatter hat dieses Buch nicht nötig, denn der Tod wird hier auf beinahe künstlerische Weise dargestellt. 

Ich hatte Spaß daran dieses Buch zu lesen, auch wenn es meiner Meinung nach nichts für zwischendurch war. Es ist ein Klassiker, den man irgendwie irgendwann gelesen haben muss. Es ist wie ein Kunstwerk in Buchform; so voller Farben und Düften die man immer greifbar vor sich hat. 

5 / 5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

Mittwoch, 23. April 2014

Gut gegen Nordwind (Daniel Glattauer)

Klappentext | Inhaltsbeschreibung:


Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

Ich weiß; der Titel mag den ein oder anderen verwundern weil diese Art von Roman ja nun überhaupt nicht zu meiner Sammlung passt (und auch rein gar nichts Brutales oder gar Verstörendes beinhaltet). Aber ich konnte einfach nicht anders und musste dieses Buch lesen, da mir der ein oder andere in der Vergangenheit davon erzählt hat. Auch die liebe Rena (schöne Grüße nach Hamburg) ist Schuld dran. Ich war wirklich sehr gespannt auf dieses Buch und bin sogleich in die nächste Bücherei gerannt um es auszuleihen. Und was soll ich sagen: Es hat mich berührt und nicht mehr losgelassen – so intensiv, dass ich es innerhalb von 2 Abenden verschlungen hatte. 

Zugegeben: Anfangs war ich sehr skeptisch, weil ich einfach nicht gedacht hätte dass ein Buch aus reinen Emaildialogen mich so fesseln könnte. Wir bekommen hier lediglich Einblick in die Outlook-Kommunikation der beiden Hauptprotagonisten und das ist – für jemanden der das erste Mal über einen derartigen „Schreibstil“ stolpert - gewöhnungsbedürftig. Aber es dauerte nicht lange und man hatte Gefallen an der spitzen und knackigen Unterhaltung von Emmi R. und Leo L. gefunden. Relativ schnell wusste man, dass man es hier mit sympathischen und dennoch intelligenten und schlagfertigen Menschen zu tun hat. Auch der nötige Witz durfte bei den Mails nicht fehlen; automatisch ertappt man sich dabei wie das Buch einen zum Lächeln bringt. Die Unterhaltung wurde auch langsam immer persönlicher – um nicht sogar zu sagen: Intensiver! Aber auch hier gilt: wir werden nicht mit direkten Argumentationen a la „Ich will dich eigentlich jetzt sofort nur flachlegen.“ konfrontiert, sondern erhalten nur kleine Spannungen am Rande und wissen innerlich, dass die beiden einfach irgendwann zueinander finden MÜSSEN.

Doch wie es immer so ist: Das Kennenlernen der Zwei gestaltet sich schwieriger als gedacht und Drama ist bald vorprogrammiert. Drama – ach ja, ich LIEBE Drama. Ich mag es total, wenn alles den Bach runter geht und einen mitzieht. Hört sich verrückt an, oder? 
Für einen deutschen Roman, war „Gut gegen Nordwind“ erfrischend anders. Das offene Ende ließ den Leser sprachlos zurück und ist eigentlich gut so gewesen wie er war. Zugegeben – ich wäre wohl verrückt geworden wenn ich nicht gewusst hätte, dass ein zweiter Teil erschienen war. 

5/5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥